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Morsbacher Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti



Vom 17. bis 30. Januar befand sich Mark Schibli aus Morsbach im Erdbebengebiet auf Haiti. Die Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe „Interhelp“ hatte ihn um Unterstützung gebeten, weil er perfekt Französisch spricht und auf Haiti gute und langjährige Kontakte hat. Der 48-jährige Morsbacher kennt sich in Haiti so gut aus, weil er seit 15 Jahren für die Zentralafrika-Mission e.V. tätig ist und einmal im Jahr nach dort reist. Zuletzt war er Ende November auf Haiti, als noch niemand von der Katastrophe ahnte.
Unterkunft fand Schibli jetzt im UNO-Camp in Port-au-Prince. Zu dieser Zeit herrschte wenige Tage nach dem verheerenden Erdbeben noch Chaos in der Hauptstadt und tausende Leichen lagen auf den Straßen, berichtet er. Während die anderen Helfer von „Interhelp“, vor allem Ärzte und Krankenpfleger, kleine Krankenstationen errichteten, half Mark Schibli nicht nur mit seinen Sprach- und Ortskenntnissen, sondern fungierte auch als Seelsorger. Außerdem verschaffte er sich anfangs einen Überblick darüber, wie es um die Projekte und Mitarbeiter der Zentralafrika-Mission steht.

Der Morsbacher Mark Schibli bei seinem Besuch Ende November 2009 in Port-au-Prince, der Hauptstadt von Haiti. Damals war er zu Besuch bei einer befreundeten Familie und hält deren zwei Tage altes Baby im Arm.
Der Morsbacher Mark Schibli bei seinem Besuch Ende November 2009 in Port-au-Prince, der Hauptstadt von Haiti. Damals war er zu Besuch bei einer befreundeten Familie und hält deren zwei Tage altes Baby im Arm.

In einem Bericht schildert Mark Schibli seine Eindrücke auf Haiti. „Bereits zehn Tage nach dem Erdbeben hatte sich schon Vieles verbessert. Die US-Armee und die UNO kontrollierten die Lage. Leichen sah man keine mehr in den Straßen, aber unter den zerstörten Häusern lagen noch Tausende. Die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Nahrung ist massiv angelaufen. Es haben sich riesige Lager gebildet, in denen die obdachlosen Leute unter Decken und Planen leben. Gott sei Dank herrscht Trockenzeit.
Die Rettungs- und Bergungsmannschaften sind abgereist, da nun keine Aussicht mehr besteht, in den Trümmern noch lebende Menschen zu finden. Die medizinische Hilfe konzentriert sich jetzt auf die Nachbehandlung der Menschen, die Wunden, Amputationen und Brüche davon getragen haben. Das UNO-Hauptquartier, in dem wir untergebracht waren, glich einem „Multikulti-Ameisenhaufen“. Anfangs haben wir unter freiem Himmel und in Zelten geschlafen. Dann haben uns drei freundliche UNO-Offiziere aus Bulgarien, Uruguay und Österreich ihren Bürocontainer als Schlafplatz angeboten, wo wir zuletzt auf Feldbetten die Nacht verbrachten. Ich war die Hälfte der Zeit mit dem Interhelp-Team unterwegs und half bei der Behandlung von Kranken und Verwundeten als Übersetzer. Die andere Hälfte verbrachte ich mit den Emmaus-Koordinatoren und mit der Besichtigung der zerstörten Schulen.

Bekannte von Mark Schibli in den Trümmern von Port-au-Prince auf Haiti.
Bekannte von Mark Schibli in den Trümmern von Port-au-Prince auf Haiti.

Aus dem näheren Bekanntenkreis haben wir keinen einzigen Todesfall und auch keine schlimmen Verletzungen zu beklagen. Das grenzt an ein Wunder. Die Gebäudeschäden sind beträchtlich. Noch ist unklar, was völlig neu gebaut werden muss und was repariert werden kann. Mir wird aber klar, dass wir den Mitarbeitern der Emmaus-Arbeit und den unterstützten Schulen helfen sollten. Ich bleibe bewusst sehr sachlich und nüchtern, um nicht von Emotionen überwältigt zu werden. Natürlich gehen mir viele Gedanken durch den Kopf. `Wie soll das Leben für unsere Freunde weitergehen?` `Wie lange wird es dauern, bis sie überhaupt wieder halbwegs selbstständig leben können, ohne für jeden Wassertropfen von internationaler Hilfe abhängig zu sein?`“ Soweit der Auszug aus dem Reisebericht von Mark Schibli. Wieder zu Hause hat er mit der  Koordinierung der vielen Hilfsangebote begonnen.

Die Gemeinde Morsbach hat ein Sonderkonto zur Haiti-Hilfe eingerichtet. Wer den Menschen im Erdbebengebiet unmittelbar helfen möchte, kann eine Spende auf das Konto Nr. 1501000023 bei der Volksbank Oberberg (BLZ 384 621 35) mit dem Vermerk „Haiti-Hilfe“ überweisen. Die Gemeinde Morsbach wird die Spendengelder an eine Hilfsorganisation oder einen Verein weiterleiten. Sie legt Wert darauf, dass die Gelder bis auf den letzten Euro auch die Hilfe bedürftigen Menschen in den betroffenen Gebieten erreicht.

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